Herr Puntila und sein Knecht Matti, © Katrin Ribbe, 2024

Herr Puntila und sein Knecht Matti

Tickets online buchen*

Herr Puntila und sein Knecht Matti



Tickets online buchen*

von Bertolt Brecht / Volksstück nach Erzählungen und einem Stückentwurf von Hella Wuolijoki / mit Musik von Paul Dessau und Jörg Gollasch. Regie: Karin Beier.

„Geehrtes Publikum, die Zeit ist trist. / Klug, wer besorgt, und dumm, wer sorglos ist! / Doch ist nicht überm Berg, wer nicht mehr lacht / Drum haben wir ein komisches Spiel gemacht.“

Bertolt Brecht sitzt abgeschnitten von der Welt auf einem Landgut im finnischen Exil. Für einen Dramatikwettbewerb überarbeitet er den Entwurf eines Volksstücks seiner Gastgeberin Hella Wuolijoki. Der Erfolg bei der Jury bleibt aus, doch nach Ende des Zweiten Weltkriegs avanciert dieses Porträt einer moralisch wie ökonomisch verschuldeten Gesellschaft, in der die Herrschaftsverhältnisse so untragbar wie unauflösbar sind, neben der »Dreigroschenoper« zu Brechts meistgespielten Stücken.

Der Gutsbesitzer Puntila lässt keine Gelegenheit aus, sich dem Alkohol hinzugeben. Unaufhörlich meldet sich der Durst. Betrunken zeigt er sich gesellig und empathisch, macht Versprechungen, führt sein moralisches Gewissen spazieren, sieht sich als Opfer seiner Rolle, wirbt bei seinen Untergebenen um Verständnis für seine Besitzverhältnisse und die Macht, die daraus resultiert. Wie gerne wäre er ein anderer. Wie gerne verhielte er sich menschlich, wäre wie Matti, sein Chauffeur, dem er jedoch in nüchternem Zustand keinerlei Rechte zuspricht – zumal dieser ein „Roter“ ist, eine drohende Gefahr, einer, der sich organisieren und emanzipieren könnte gegen seinen Herrn. Darum weiß Puntila, besonders in den Momenten, wenn der Durst nachlässt. Ausgenüchtert verwandelt er sich zum kalten, berechnenden Herrenmenschen, dem alles zum Geschäft wird, auch Beziehungen, selbst die eigene Tochter. Doch seine Zeit geht zu Ende. Das spürt er in jedem Moment.

Auch wenn Puntila einem wie ein vorsintflutliches Tier erscheinen mag, tritt es einem erstaunlich vertraut entgegen. Es ist der Blick in die Geschichte, der sich lohne, schreibt Brecht, „weil die Ablagerungen überwundener Epochen in den Seelen der Menschen noch lange liegen bleiben.“ Wie Gespenster tauchen Figuren dieser vergangenen Zeit wieder auf, Gespenster eines welthistorischen Zweikampfs, der für beendet gehalten wurde, Gespenster, die mahnen, dass die monströse Ungleichheit in der Welt auf Dauer nicht zu tragen ist.

Am 31/5 und am 28/6 wird Markus John die Rolle von Josef Ostendorf übernehmen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

*Über die Einbindung dieses mit *Sternchen markierten Angebots erhält der Betreiber der Webseite beim Kauf möglicherweise eine Provision vom Händler. Die gekauften Tickets werden dadurch für Sie als Nutzerinnen und Nutzer nicht teurer.

Weitere Informationen

Weitere Veranstaltungen
die Sie vielleicht interessieren.

Theater

Sankt Falstaff


25.05.2026 / 19:00 - 22:00 Uhr / Thalia Theater, Hamburg


Ein faszinierendes Update des Königsdramas Heinrich IV. Bildstark, komödiantisch und mit großem Ensemble wird Shakespeare für heute erzählt. Heinrich, vom Wahlvolk auch…

mehr erfahren

Theater

Die Wut, die bleibt


27.05.2026 / 20:00 - 22:10 Uhr / Thalia Theater, Hamburg


Drei Frauen suchen ihren Weg zwischen eigenen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Erwartungen: Als Helene sich unerwartet das Leben nimmt, versucht Sarah, ihre beste Freundin, ihre Leerstelle zu…

mehr erfahren

Theater

Hard Times


28.05.2026 / 20:00 - 22:50 Uhr / Thalia Theater, Hamburg


Dramatisierung von Lucien Haug   Hard Times entfaltet die industrialisierte Welt des 19. Jahrhunderts anhand eines Panoramas der düster-rauchenden Stadt Coketown. Der nüchterne…

mehr erfahren

Theater

Umbrüche


28.05.2026 / 20:00 Uhr / Nachtasyl, Hamburg


Was passiert, wenn die Welt kippt – und die Sprache versucht, Schritt zu halten?  In ihrer neuen Reihe Umbrüche laden Denİz Utlu und Sasha Marianna Salzmann …

mehr erfahren

Alle Angaben ohne Gewähr.