Händel: Israel in Egypt, © Swanhild Kruckelmann

Händel: Israel in Egypt

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Es hätte der Beginn einer wundervollen Völkerfreundschaft sein können: Der begabte Hebräer Josef aus dem ländlich geprägten Kanaan gelangt in Ägypten vom Versklavten zu großem Einfluss am Hof des Pharao. Mit seinem vorausschauendem Handeln trägt er entscheidend dazu bei, das Land vor einer schweren Hungersnot zu bewahren. Aus Dank erlaubt der Pharao Josef, seine gesamte Familie mitsamt ihrem Besitz nach Ägypten zu holen. So siedeln die Vorfahren der zwölf Stämme Israels in der Hoffnung auf Sicherheit und ein besseres Leben nach Ägypten über.

Aus anfänglicher Gastfreundschaft und Toleranz gegenüber den Hebräern wird aber bald Misstrauen, Unterdrückung und schließlich Versklavung. Mit Mose tritt eine Figur auf den Plan, die zwischen Macht und Ohnmacht, Zweifel und Berufung steht. Gott sendet ihn, um sein Volk aus Ägypten zu führen – doch der Pharao verweigert sich. Was folgt, sind die berühmten »Plagen«: Zeichen und Wunder, die nicht nur Natur und Ordnung erschüttern, sondern auch den inneren Zustand eines Herrschers offenbaren, dessen Herz immer härter wird. Blutroter Nil, Frösche, Finsternis und Tod werden zu Bildern für Angst, Hybris und Hoffnung auf Befreiung. Die biblischen Texte erzählen dabei weit mehr als historische Katastrophen: Sie handeln von Machtmissbrauch und Freiheit, von menschlicher Verblendung und göttlichem Eingreifen – Themen, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Händels Oratorium »Israel in Egypt« entstand 1738 und wurde 1739 in London uraufgeführt. Es gehört zu seinen ungewöhnlichsten Werken, weil der Chor hier eine besonders dominante Rolle übernimmt und die Handlung fast durchgehend trägt. Statt einer opernhaften Abfolge von Arien entfaltet Händel die biblische Exodus-Geschichte in großen Chorszenen und eindrucksvollen Klangbildern, etwa bei den zehn Plagen und beim Durchzug durchs Rote Meer. Musikhistorisch ist das Werk besonders bemerkenswert, weil Händel mit dramatischer Malerei, kontrastreichen Orchesterfarben und monumentaler Chorarchitektur eine fast oratorische »Kolossalform« schafft, welche die kollektive Erfahrung des befreiten Volkes ins Zentrum rückt. Gerade darin liegt seine Tiefe: Das Werk verbindet biblische Rettungserzählung, politische Resonanzen und eine hochverdichtete musikalische Rhetorik von Leid, Bedrängnis und Erlösung.



Dieses Konzert ist Teil des Händel-Zyklus der CPE.Bach.Akademie.Hamburg.

BESETZUNG

Hamburg.Baroque Ensemble

CPE.Bach.Chor.Hamburg Chor

CPE.Bach.Young Artists

Laura Incko Sopran

Maria Hegele Alt

Kilian Brandscherdt Tenor

Jakob Schad Bass

Hansjörg Albrecht Cembalo und Leitung

PROGRAMM

Georg Friedrich Händel
Israel in Egypt

Das Konzert findet ohne Pause statt.

 

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