arendt_204.jpg, © Katrin Ribbe

Arendt



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Hannah Arendt: Wir treffen die politische Theoretikerin 1975, sechs Monate vor ihrem Tod, in einem Hotelzimmer in Kopenhagen. In wenigen Stunden soll ihr der dänische Sonning-Preis für ihren Beitrag zur europäischen Kultur verliehen werden. Doch bei der Vorbereitung ihrer Rede, scheint die Zeit zu zerfallen. Ist es Hannah Arendts Denken, also das Gespräch der Seele mit sich selbst, welches wir hier erleben, oder ist ihr geliebter Ehemann Heinrich Blücher – bereits 1970 verstorben – von den Toten auferstanden, um mit ihr gemeinsam über Plato zu philosophieren?

Wir begleiten eine der scharfsinnigsten und provokantesten Denker*innen des 20. Jahrhunderts auf eine Reise surrealen Erinnerns: von Deutschland und dem aufkommenden Faschismus, über Frankreich, bis nach New York City - wo zwischen Liebe und Staatenlosigkeit, Arendts Suche nach einer geistigen Heimat zur Ruhe kommt. Dann aber: Jerusalem 1961, der Eichmann-Prozess. Was sich mit ihrer Theorie über die Banalität des Bösen als scharfe Gegenwartsanalyse entpuppt, entfacht gleichzeitig einen der größten Intellektuellen-Skandale. Welche Schlüsse ziehen wir daraus?

Mit ihrem bereits in Dänemark umjubelten fiktiven Drama, imaginiert Rhea Leman in einem hellsichtigen Psychogramm Arendts Gefühlswelten und wagt dabei den Schritt ins Fantastisch-Absurde. Frei nach dem arendtschen Prinzip „Denken ohne Geländer“. Regisseur Tom Kühnel bringt diesen anregenden wie lustvollen Abend auf die Bühne und nimmt die Zuschauenden nicht nur mit auf eine Reise durch die Zeiten, sondern auch durch die Genres – von Film noir bis Groteske.

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