Abschlussinszenierungen der Theaterakademie Hamburg

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GREAT ST. SKUM

Was ein Wetter.

Die Sonne brutzelt, die Stirnen schwitzen, kein Wölkchen steht am Himmel, als ein riesiges Dampfschiff im kalifornischen Hafen ablegt. Das Ziel: Die eisige Küste Grönlands.

Dieses Schiff, groß wie ein Dorf, kämpft sich durch die Wogen — in Richtung des neuen Firmenstandorts, an Bord 4 potente! führungstaugliche! wirklich! tolle! Hechte! aus der Chefetage, außerdem etliche sensible, temperaturempfindliche Rechensysteme (sowie 200 Geringverdiener unter Deck). Hoffnungsvoll blicken sie ihrer Zukunft entgegen, diesem Landstrich am Horizont, IHREM ELDORADO als plötzlich etwas kippt  

Die Sonne? Nein, nicht die Sonne der Horizont der nie kippen dürfende Horizont steht plötzlich senkrecht

Und japsend schwimmen unsere 4 Hechte der Sonne entgegen — und bemerken ihn nicht, den 5. Freund, der plötzlich an ihrer Seite schwimmt. Herzlich Willkommen auf Sealand.

Sehr frei nach Motiven von William Goldings „Herr der Fliegen“

 

Mit Alicja Rosinski, Rieke Seja, Paula Julie Pitsch, Amelie Josephine Vogt, Sofie Junker, Johanna Elena Basilico, Lara Stelling, Alex Petratos, Julian Grüneberg, n.n.

Regie & Text Margit Pötzsch

Bühnenbild Jacopo Asam, Zoé Brandenberg

Kostümbild Sarah Theresa Hofer, Jule Hassold

Maske Viktoria Klauser

Live-Musik Alex Petratos (Musikalische Leitung), Julian Grüneberg, N.N.

Sound-Design Merlin Gebhard

Licht-Design Lukas Mattern

Movement Directing Slava Kushov

Dramaturgie Mona Schäfer

 

 

Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)

von Sivan Ben Yishai
„Was tun, wenn das frische Blut, das aus den Wunden der Vergangenheit kommt, zur Tinte wird, mit der die Geschichte geschrieben wird, die parallel dazu beginnt?“

Sivan Ben Yishai (die Hauptfigur und Autorin), geboren in Tel Aviv, reist durch die Zeiten und flieht vor einer Katastrophe, nur um wieder in einer zu landen. Sie versucht anhand unendlicher Biografien, die alle auch in ihr selbst stecken, ihre eigene Existenz zu verstehen. Wir sehen uns einen Moment an, nehmen ihn unter die Lupe und halten ihn aus: Sivan, die den Krieg und ihre Flucht überstanden hat, kommt endlich auf sicherem Boden in Palästina an. Und dann? Es ist der Moment, in dem das Trauma einer ganzen Generation instrumentalisiert wurde, um Unmenschliches zu rechtfertigen. Wunden sind für immer. Oder können wir kurz anhalten und gemeinsam so viele Details wie möglich untersuchen, um das Unverständliche zu verstehen?

 

Mit Isabella Krieger, Ofir Shabtay Levin, Hannah Payr Viola

Stimme aus dem Off: Samir Obaido

Regie Marlene Reiter

Bühne und Licht Elisabeth Dimigen

Kostüm und Maske Karen Schmitz

Kostüm Mitarbeit Jule Schedautzki

Musik und Video Isay Ramirez

Dramaturgische Mitarbeit Lovis Fricke

Outside Eye und Inspizienz Einat Kafka, Leni Von Der Waydbrink

Aufführungsrechte Suhrkamp Theater Verlag

 

 

LIKE A DOG

In Zeiten großer Unsicherheiten vertrauen wir so sehr wie niemand sonst. Wir sind unzufrieden, aber auch ordentlich. Niemand ist perfekt, aber wir sind die Guten. Wir und wir gegen den Rest der Welt. Bevor wir für Frieden sterben, sterben wir vor Dankbarkeit.

LIKE A DOG ist ein Stück mit Fragmenten aus Franz Kafkas „Der Prozess“ über die Ideologie, die Gewalt legitimiert, wenn sie von staatlichen Institutionen ausgeübt wird. Kafkas Roman konstruiert einen perfekt funktionierenden Apparat der Widersprüche: Welche strukturelle Gewalt steckt in den Ideen, die sich durch Familie, Heimat, Schule, Polizei und Wehrdienst ziehen? Inwiefern werden wir zu dem Glauben erzogen, das aktuelle System sei das bestmögliche? „Man muss nicht alles für wahr halten, man muss es nur für notwendig halten.“

 

Mit Svenja Peters, Sabeen Saeed Ritter, Mona Sumaia Rode

Regie Mira Seesemann

Bühne Maja Munksgaard Meedom

Kostüm und Maske Zheming Li

Probenfreund*innen Bedia Demir, Mohadeseh Salehinasab

Dramaturgie Leonard Kaiser

 

 

Khane-mān
In einem engen Bach, getrieben von den Gezeiten und dem Netz des Fischers, lebt der kleine Fisch mit seiner Mutter. Als er entscheidet, aufzubrechen, beginnt eine Suche: nach Identität, Zugehörigkeit und Zuhause.

Was bedeutet es, einen Ort verlassen zu müssen, an dem kein Bleiben mehr möglich ist, und an einem Ort anzukommen, der keinen Platz für dich hat? Zwischen Erinnerung, Verlust und Hoffnung erzählt diese Arbeit vom Dazwischen-Sein: nicht mehr zur Vergangenheit zu gehören, in der Gegenwart fremd zu sein und die Zukunft in der Luft zu greifen. Sie erzählt Geschichten von Menschen, deren Leben mit dem Verlassen eines Landes verbunden sind, von Migration, Flucht und Exil.

Inspiriert von dem Buch Der kleine schwarze Fisch von Samad Behrangi.

 

Mit Leonida Gashi, Aschif Kasem, Antonia Elisa Sandrock

Regie Niyousha Azari

Text Laura Milè

Dramaturgie Lili Wind

Bühne Frida Navratil, Alexa Glaser

Kostüm Alexa Gieseler, Anouk Felscher

Licht Yaël Kolb

Musik Toğrul Azmanli

 

 

MARIA BÄRBEL ELIZABETH WELTFRIEDEN STUART
Geboren im Hass sich gegenüberstehend die Waffe auf die Schädel gerichtet (gegenseitig) sich ausrottend (ebenfalls gegenseitig) aber eigentlich die Hand von dir halten wollen und sagen: ich fühle alles für dich was man fühlen kann in einem leben. Du, Maria, ein neunjähriges Mädchen. Ich, Maria (und auch Elizabeth und auch bärbel weltfrieden Stuart), mit der Waffe an meinem Kopf, in deine Kinderaugen guckend, dich rausschabend aus meinem zuckenden Gehirn, es nicht ertragen können dich zu lieben und auszuhalten (du findest jede meiner narben), dass:, „aber du bist doch meine größte!“ – würde ich dir gerne sagen – du es bist: meine <3 größte Narbe. Erlösung der verhungert leeren Seele. Der Knecht nimmt dem Herrn die Peitsche aus der Hand und peitscht sich selbst. Endlich!! heute war so ein schöner Tag, ein Tag an dem der Himmel umgekippt ist. Ich sterbe erleichtert.

Mit Till Gedack, Alex Gut, Pierre Ivo Hase, Lucas Zach

Text und Regie Anna Maria Kluth

Bühne Carlotta Monty Meyer

Mitarbeit Bühne Jakob Hauner

Dramaturgie Franz Metzkow

Kostüm Bee Hartmann

Mit Herz & Dank An Katinka Deecke

 

 

Gerechtigkeit sollte die Basis eines jeden Systems, einer jeden Beziehung sein, alles andere macht keinen Sinn, ist menschenfeindlich und zerstört unsere Lebensgrundlage. Aber worüber reden wir, wenn wir über Gerechtigkeit reden und wer darf sprechen? Ist Gerechtigkeit eine wegweisende Utopie, ein leeres Schlagwort oder doch eher eine instrumentalisierbare Auslegungssache? Ausgehend von diesen Fragen verhandeln die fünf AbsolventInnen des Regiestudiums - Niyousha Azari, Anna Maria Kluth, Margit Pötzsch, Mira Seesemann und Marlene Reiter - was für sie zu dem Thema erzählt werden soll - voller Herzblut und Aufbruchstimmung.

 

Mit Dank an die Dozierenden Evi Bauer, David Heiligers, Dorothea Ratzel, Lilja Rupprecht, Cora Sachs, Anika Steinhoff

Bachelor 2026 Regie Schauspiel der Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater, in Kooperation mit der Bühnenraumklasse der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (HfBK), den Fachbereichen Gestaltung/ Kostümdesign der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und dem Thalia Theater Hamburg.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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