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SUMMARY;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:Das Adressbuch
DESCRIPTION;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:Aus dem Französischen von Sabine Erbrich. Ein Labyrinth nach Sophie=0D=0ACalle. Regie: Ruben Müller.=0D=0A=0D=0A„Er nahm es mir übel.“=0D=0A=0D=0AEin zufällig gefundenes Adressbuch wird zum Ausgangspunkt eines=0D=0Aradikalen Experiments. Die Künstlerin Sophie Calle kopiert die=0D=0AKontakte eines ihr unbekannten Mannes und beginnt dessen Leben zu=0D=0Arekonstruieren. Sie spricht mit Freund*innen, Bekannten, Verwandten=0D=0Aund flüchtigen Begegnungen. Aus ihren Erzählungen entsteht nach und=0D=0Anach das Bild eines Menschen, den sie nie direkt trifft, und der doch=0D=0Aimmer greifbarer erscheint. Was als neugierige Recherche beginnt,=0D=0Averwandelt sich in eine Grenzüberschreitung. Zwischen Nähe und=0D=0ADistanz, Dokumentation und Projektion stellt sich die Frage: Darf man=0D=0Aeinen Menschen durch die Perspektiven anderer kennenlernen? Wer=0D=0Aerzählt hier eigentlich wen? Und wo verläuft die Grenze zwischen=0D=0Akünstlerischer Freiheit und Übergriff?=0D=0A=0D=0AAls Sophie Calle ihre Recherchen 1983 in der Zeitung »Libération«=0D=0Averöffentlicht, löst sie einen Skandal aus. Der Betroffene spricht=0D=0Avon einem Eingriff in seine Privatsphäre. Gerade diese Ambivalenz=0D=0Amacht »Das Adressbuch« zu einem bis heute verstörenden Kunstwerk.=0D=0AEin Kriminalfall ohne eindeutige Schuld, der das Publikum selbst=0D=0Averstrickt. Was bleibt von einem Menschen, wenn andere über ihn=0D=0Asprechen?=0D=0A=0D=0ARegisseur Ruben Müller und sein Team nähern sich diesem Stoff mit=0D=0Aeinem dokumentarischen und zugleich poetischen Zugriff. In seinen=0D=0AArbeiten untersucht Müller reale Ereignisse und ihre Erzählformen.=0D=0AFür »Das Adressbuch« entwickelt er eine Inszenierung, die Calles=0D=0AVersuchsanordnung in eine theatrale Untersuchung von Blick, Kontrolle=0D=0Aund der Sehnsucht nach dem Anderen überführt.=0D=0A
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