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SUMMARY;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:Herr Puntila und sein Knecht Matti
DESCRIPTION;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:von Bertolt Brecht / Volksstück nach Erzählungen und einem=0D=0AStückentwurf von Hella Wuolijoki / mit Musik von Paul Dessau und=0D=0AJörg Gollasch. Regie: Karin Beier.=0D=0A=0D=0A„Geehrtes Publikum, die Zeit ist trist. / Klug, wer besorgt, und=0D=0Adumm, wer sorglos ist! / Doch ist nicht überm Berg, wer nicht mehr=0D=0Alacht / Drum haben wir ein komisches Spiel gemacht.“=0D=0A=0D=0ABertolt Brecht sitzt abgeschnitten von der Welt auf einem Landgut im=0D=0Afinnischen Exil. Für einen Dramatikwettbewerb überarbeitet er den=0D=0AEntwurf eines Volksstücks seiner Gastgeberin Hella Wuolijoki. Der=0D=0AErfolg bei der Jury bleibt aus, doch nach Ende des Zweiten Weltkriegs=0D=0Aavanciert dieses Porträt einer moralisch wie ökonomisch=0D=0Averschuldeten Gesellschaft, in der die Herrschaftsverhältnisse so=0D=0Auntragbar wie unauflösbar sind, neben der »Dreigroschenoper« zu=0D=0ABrechts meistgespielten Stücken.=0D=0A=0D=0ADer Gutsbesitzer Puntila lässt keine Gelegenheit aus, sich dem=0D=0AAlkohol hinzugeben. Unaufhörlich meldet sich der Durst. Betrunken=0D=0Azeigt er sich gesellig und empathisch, macht Versprechungen, führt=0D=0Asein moralisches Gewissen spazieren, sieht sich als Opfer seiner=0D=0ARolle, wirbt bei seinen Untergebenen um Verständnis für seine=0D=0ABesitzverhältnisse und die Macht, die daraus resultiert. Wie gerne=0D=0Awäre er ein anderer. Wie gerne verhielte er sich menschlich, wäre=0D=0Awie Matti, sein Chauffeur, dem er jedoch in nüchternem Zustand=0D=0Akeinerlei Rechte zuspricht – zumal dieser ein „Roter“ ist, eine=0D=0Adrohende Gefahr, einer, der sich organisieren und emanzipieren könnte=0D=0Agegen seinen Herrn. Darum weiß Puntila, besonders in den Momenten,=0D=0Awenn der Durst nachlässt. Ausgenüchtert verwandelt er sich zum=0D=0Akalten, berechnenden Herrenmenschen, dem alles zum Geschäft wird,=0D=0Aauch Beziehungen, selbst die eigene Tochter. Doch seine Zeit geht zu=0D=0AEnde. Das spürt er in jedem Moment.=0D=0A=0D=0AAuch wenn Puntila einem wie ein vorsintflutliches Tier erscheinen mag,=0D=0Atritt es einem erstaunlich vertraut entgegen. Es ist der Blick in die=0D=0AGeschichte, der sich lohne, schreibt Brecht, „weil die Ablagerungen=0D=0Aüberwundener Epochen in den Seelen der Menschen noch lange liegen=0D=0Ableiben.“ Wie Gespenster tauchen Figuren dieser vergangenen Zeit=0D=0Awieder auf, Gespenster eines welthistorischen Zweikampfs, der für=0D=0Abeendet gehalten wurde, Gespenster, die mahnen, dass die monströse=0D=0AUngleichheit in der Welt auf Dauer nicht zu tragen ist.=0D=0A=0D=0AAm 31/5 und am 28/6 wird Markus John die Rolle von Josef Ostendorf=0D=0Aübernehmen.=0D=0A
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