Konzerte
REEPERBAHN FESTIVAL 2026
Samstag, 19.09.2026 / 13:45 Uhr / Molotow
- Clubkonzert
Line Up: Bleach TV, Les Shirley, Master Peace, THEATRE, HEADSEND, Heidi Curtis, green star, Gretel, Pamela., Dream Wife
Bleach TV | 14:05 - 14:50 | Club
Von Hamburg raus in die Welt: Bleach TV sind ein Quartett aus der Hansestadt, das es noch nicht allzu lange gibt – um genau zu sein noch nicht mal ein Jahr. Trotzdem haben die Vollblutmusiker mit Singles wie der monochromatischen Indie-Grunge-Fusion „Tragedy“ oder dem von groovenden Basslinien getragenen „Only Valley“ (2026) bereits einen eng eingespielten Bandklang etabliert. Gitarren und Vocals schwirren da wie Motten durchs Licht, werfen Schatten auf Schlagwerk und Bass, die ebenso stoisch wie punktgenau Akzente setzen. Zu keiner Sekunde ist hier herauszuhören, dass es sich bei den vier Freunden um eine ganz frische Band handelt, die sich gerade erst aufmacht einen nostalgischen und doch unbedingt zeitgemäßen Sound zu entwickeln. Auf der Debüt-EP „Bleach TV“ (2026), die stilecht als Tape erschienen ist, beschwören sie den dunklen Post-Punk-Vibe der Achtziger mit modernen Produktionsmitteln – perfekt für ihre Premiere in St. Pauli.
Les Shirley | 15:40 - 16:25 | Club
Awards und Nominierungen regnet es für Raphaëlle, Lisandre und Sarah schon, da hat das Trio aus Montreal gerade erst eine Handvoll Songs im Köcher. Als Les Shirley sorgen die Damen seit 2019 in Kanadas Untergrundszene für Aufsehen und verschmelzen den Grunge der 90er mit Pop-Punk der 2000er und unwiderstehlicher catchyness, die ihrem Debütalbum „Forever Is Now“ (2021) aus dem Stand jede Menge Lobeshymnen von Fans und Feuilletons gleichermaßen einbringt. Hunderttausende Streams quer über einschlägige Plattformen hinweg später, ist das Gespann nicht nur für durchdringendes Songwriting bekannt, sondern auch für explosive Live-Shows mit schier endloser Energie. Kein Wunder, dass sie zwischenzeitig auch als Support für Giganten wie die Foo Fighters, Weezer oder Green Day auf der Bühne stehen und ihre instrumentellen Skills Show für Show weiter verfeinern können. Mit neuen Songs wie „Not My Problem“ (2026) schlagen sie dieses Jahr erstmals bei uns in Hamburg auf und bringen feministische Power kompromisslos auf die Bühne.
Master Peace | 17:20 - 18:05 | Club
Aufgewachsen mit all den Problemen, die Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund tagtäglich konfrontieren müssen, hat Peace Okezie aka Master Peace schon früh Lektionen in Demut lernen müssen. Der in London geborene Rapper ist ein hoffnungsvolles Beispiel dafür, was mit Durchhaltevermögen und dem Glauben an sich selbst machbar ist und spiegelt dies in jedem seiner Songs wider. Seit er mit der Debüt-EP „Love Bites“ (2020) erstmals in der britischen Untergrundszene für Aufsehen sorgte, etabliert sich der selbstbewusste und doch bescheidene Musiker so zu einer Stimme der Gen Z und hält mit Songs wie „I Might Be Fake“ (2023) oder „Home“ (2024) leidenschaftliche Plädoyers für Toleranz und Mitmenschlichkeit. „Ich feier meine Fehler und möchte, dass die Kids da draußen verstehen: es ist okay zu versagen, daraus zu lernen und zu wachsen“, sagte Peace kürzlich in einem Interview. Auf dem Debütalbum „How To Make A Master Peace“ (2024) verpackt er diese Message in einen mitreißenden Style-Mix aus Indietronica und Garage Rock, Pop und Dance-Punk, der von NME über BBC bis DIY sämtliche Feuilletons begeistert. Ausverkaufte Venues sprechen seitdem eine deutliche Sprache: Master Peace ist ein Künstler von besonderem Format, der in diesen wahnsinnigen Zeiten bitter nötige Zuversicht spendet. Mit seinem neuen Album „If I Don't Love You, Who Will?“ (2026) bringt er die nun auch zu seinem ersten Gig bei uns in Hamburg mit.
THEATRE | 19:00 - 19:45 | Club
Bevor sie erste Texte für Theatre schreibt, versucht sich Sängerin Maeve O'Shea an Kurzgeschichten und Novellen. Ein Schwank aus der eigenen Jugend, eine Begegnung zwischen alten Freunden, ein Schicksalsschlag am helllichten Tag – es sind Momente im Leben, die nur allzu echt und doch gleichsam surreal wirken und die in der Musik dieser Band eine besondere Rolle spielen. Das Quintett aus Limerick greift dabei auf Songwriting-Tugenden der 1990er zurück, lässt sich von den frühen Slowdive und Lush ebenso inspirieren wie von The Cranberries oder Hole und entwirft daraus einen sehnsüchtigen, mystischen, tief atmosphärischen Klang für die verlorenen Seelen unserer Zeit. Singles wie „You Are“ oder das dramaturgisch ausufernde „The Fall“ (2026) stehen als beeindruckende Zeugnisse der Professionalität da, mit der diese Band scheinbar direkt von Tag eins an zu operieren versteht. Wie Zeitreisende verbinden sie Shoegaze und Grunge mit modernen Produktionsmethoden und einem satten Sounddesign, das zur Begleitmusik fürs eigene Leben avancieren kann. Die Debüt-EP „Incarnate“ (2026) im Gepäck, kommen sie dieses Jahr noch vor dem Hype zu uns nach Hamburg.
HEADSEND | 19:55 - 20:30 | Top Ten Bar
Dank einer durchdringenden Bühnenpräsenz müssen Headsend nicht nur keinen Vergleich mit den unsterblichen Grunge-Legenden der 90er scheuen – sie setzen auch neue Standards für das, was damals das Genre groß gemacht hat. Im Studio wie auf der Bühne. Eine gewisse anarchische Grundhaltung zu Komposition und Produktion steht da im Vordergrund, natürlich. Aber auch lustvolle Distortions, die Stück für Stück durch klagende Melodien sägen wie der Duft einer verflossenen Liebe durch Erinnerungen des Verlustes. Dazu ein Bass, der verspielt dahin groovt und ein Schlagwerk, das derart präzise malträtiert wird, dass auch ein Dave Grohl hier nichts zu meckern hätte. Songs vom Kaliber „Stove“ oder „Chugg“ (2025) sind dementsprechend der letzte noch nötige Beleg dafür, dass Headsend eine neue Kraft im zeitgenössischen Alternative-Bereich darstellen, mit der vermutlich nur die wenigsten gerechnet haben. Die Debüt-EP „Angel Glands“ (2026) richtet Anfang des Jahres selbst die größten Kritiker auditiv neu aus, pustet mit roher Energie sämtliche Trommelfelle frei und macht ein für alle Mal klar: das Grunge-Revival ist real, es ist hier und angesichts des Zeitgeistes auch kein bisschen zu früh. Dringende Empfehlung.
Heidi Curtis | 20:40 - 21:25 | Club
Kluge Poesie in Verbindung mit einer klaren musikalischen Vision – das ist in diesen Zeiten immer schwieriger zu finden. Heidi Curtis schafft den Spagat zwischen Gestern und Heute, zwischen bittersüßer Nostalgie und modernem Gestus mit beeindruckender Eleganz. Die Stimme kraftvoll und von unverwüstlichem Selbstbewusstsein geprägt, der Sound zwischen Classic Rock aus den 70ern, Folk-Granden wie Pattie Smith und dem energetischen Alt-Pop einer Maggie Rogers changierend – und dazu dieses Feuer, diese überwältigende Sehnsucht nach Selbstverwirklichung. „I wanna live in ecstasy“, singt Curtis da auf ihrer Debüt-Single „Undone“ (2025) mit der sie im letzten Jahr scheinbar aus dem Nichts in der britischen Musikszene auftaucht und augenblicklich Köpfe verdreht. Für ihren ersten Auftritt bei uns in Hamburg bringt sie nicht nur ihre unbestechliche künstlerische Authentizität mit, sondern auch neues Songmaterial, das sie in dieser Form erstmals hierzulande präsentiert. Nicht verschlafen.
green star | 21:30 - 22:30 | Top Ten Bar
Wie in Trance verfallen und trotzdem einer luziden Vision folgend, entwerfen green star Alternative Rock mit lichtundurchlässigen Texturen und herrlich rostigem Sounddesign. Vier Londoner, die brodelnde, blutverschmierte Gitarrenmusik für düstere Zeiten kreieren und schon mit wenigen Akkorden filmreife Szenarien vor dem inneren Auge aufspannen. Ein bisschen Noise, ein Schleier von Shoegaze und die surreale Atmosphäre eines David-Lynch-Films verwebt diese Band letztes Jahr auf der Debüt-EP „Bleeding Swirls“ (2025) zum ultimativen Soundtrack für Träumer und Denker, für dunkle Tage, an denen Rückzug die sinnvollste Option zu sein scheint. Inspirationsquellen sind dabei viele hörbar – von Sonic Youth über Swirlies bis zu Yo La Tengo oder den Pixies lassen sich im Material von green star die delikatesten Zutaten der 90er in jeder Nuance herausschmecken. Auch etwas, das nur die wenigsten Bands in dieser Stilsicherheit schon mit dem ersten Release zustande bringen. Fans von rohem, leidenschaftlichem Songwriting und gritty Pedals dürfen diesen Gig auf keinen Fall verschlafen.
Gretel | 22:30 - 23:25 | Club
Von der Debüt-EP „Slugeye“ (2022) bis zu ihren ersten Festivalgigs war es für Maddy Haenlein aka Gretel ein wilder Ritt. Die junge Singer-Songwriterin crasht damals quasi aus dem Nichts in die Londoner Musikszene und wird dank ihrer bestechenden Stimmpräsenz und einem Händchen für abgefahren energetische Hooks prompt von den wichtigsten Publikationen im UK hofiert – BBC6 Music und NME, Clash Magazine und The Independent feiern Gretel als Rock-Reformerin von besonderem Schlag. Ihr erstes Konzert in der britischen Metropole ist entsprechend in Minuten ausverkauft. Als Auftritte beim Coachella und dem Glastonbury Festival folgen, ist der der grungy Goth-Pop der Indie-Künstlerin schon in aller Munde. Ein gewisser Hype umgibt sie damals wie heute, dem sie zwischenzeitig nicht nur durch euphorisierende Live-Shows sondern auch mit der zweiten EP „Head Of The Love Club“ (2023) immer und immer wieder gerecht wird. Nun ist ihr Debütalbum „Squish“ (2026) erschienen und öffnet das nächste Kapitel einer künstlerischen Reise, die zweifellos noch lange andauern und für viele Überraschungen sorgen wird. Höchste Zeit also, dass sie dieses Jahr ihre Songs stripped back auf dem Reeperbahn Festival darbieten wird.
Pamela. | 23:30 - 00:15 | Top Ten Bar
Wer sich genauer mit ihrer Musik auseinandersetze, würde schnell feststellen wofür sie am besten geeignet ist: ein gutes Gefühl, ein Moment des Glücks, eine Route in Richtung Morgen. Pamela behaupten das allerdings nicht nur, sondern schaffen in ihrem schimmernden Alt-Pop immer wieder diese euphorischen Augenblicke, mit denen sie Down Under schon zu einem hunderttausendfach gestreamten Duo jenseits aller KI-Slops avanciert sind. Ein Gefühl von Leichtigkeit, von Aufbruch ohne Druck ist Teil ihrer kompositorischen Identität. So entfaltet sich der Sound der beiden harmonisch mühelos und zugleich atmosphärisch, orientiert am Indie-Duktus der 90er aber auch an Projekten wie The Strokes und The xx. Als Support für Dope Lemon aber auch solo haben sie den roten Kontinent in den letzten Jahren schon von Ost bis West bespielt und in ausverkauften Venues für feuchte Augen gesorgt. Mit dem Erscheinen der lange erwarteten Debüt-EP „It's nice to see you here“ (2026) ist es nun höchste Zeit, dass ihr sie auch bei uns in Hamburg live auf der Bühne sehen könnt – noch bevor der Hype so richtig zündet.
Dream Wife | 00:20 - 01:00 | Club
Happy und humorvoll auf der einen Seite, rough und rebellisch auf der anderen: Dream Wife entwerfen ihren Sound nach Lust und Laune, legen dabei aber keinen Wert auf Trends und Erwartungshaltungen der Streaming-Ära. Mit der Energie von Riot Grrrl und Queercore, der knackigen Eingängigkeit zeitgemäßen Indie Rocks und einer authentischen No-Fucks-Given-Attitüde hat das britisch-isländische Trio in den letzten Jahren quer durch Europa Bühnen abgefackelt und dabei eine treue Fanbase gewonnen. Musikalisch in einer klaren feministischen Tradition unterwegs, kommentiert die Band aber auch den politischen Status Quo im kleinen Britannien, sexuelle Identitäten im 21. Jahrhundert oder die Notwendigkeit von umfassender Empathie im bröckelnden Patriarchat. Zu den kreativen wie geistigen Wegbereitern zählen sie David Bowie und Madonna ebenso wie Peaches und Babyshambles – ungestüm, politisch involviert und in Sachen Sound erfrischend zeitlos. Waren sie zu Beginn noch ein Geheimtipp, haben Dream Wife spätestens mit ihrem ersten Auftritt bei uns 2017 und dem Release von „Social Lubrication“ (2023) ein größeres Publikum in der europäischen Punkszene gewonnen. Mit neuem Material und Bock auf kreativen Krawall crashen sie dieses Jahr erneut bei uns die Bühne.
Alle Angaben ohne Gewähr.





