"Mein wahrer Name ist Elisabeth"



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Adèle Yon

Thalia präsentiert
In Zusammenarbeit mit dem Institut français Hamburg
Lesung und moderiertes Gespräch
in französischer und deutscher Sprache (Übersetzung)

Wer war Elisabeth? In ihrer Familie blieb sie jahrzehntelang kaum mehr als ein Name, ein Gerücht und ein Tabu. Weggesperrt, lobotomiert. Erst ihre Urenkelin Adèle Yon beginnt, die Geschichte dieser Frau zu rekonstruieren. Aus Briefen, Krankenakten, Interviews und den Leerstellen des familiären Schweigens entsteht das eindringliche Porträt eines Lebens, das aus der Erinnerung gelöscht werden sollte.
„Mein wahrer Name ist Elisabeth“ ist weit mehr als ein Roman. Das vielfach ausgezeichnete Debüt verbindet autobiografische Spurensuche, wissenschaftliche Recherche und literarisches Erzählen. Dokumente, Familienbriefe, Gespräche und persönliche Reflexionen fügen sich zu einer vielstimmigen Erzählung, in der die Autorin zugleich ihre eigene Suche nach Wahrheit nachvollziehbar macht. So zeichnet sie ein ebenso persönliches wie gesellschaftliches Panorama über das Schweigen und Vergessen, vor allem aber über das Fortwirken von Traumata über Generationen hinweg.

Am Schicksal ihrer Urgroßmutter wird zugleich ein dunkles Kapitel der Psychiatriegeschichte sichtbar. Frauen, die nicht dem gesellschaftlich erwarteten Bild entsprachen, galten schnell als „hysterisch“ oder „schwierig“ und wurden weggesperrt. Selbstbestimmung wurde zur Diagnose, Medizin zum Mittel der Kontrolle. Es folgten Lobotomien, Zwangsbehandlungen und jahrzehntelange Internierungen. Biografien wurden ausgelöscht, oft auch aus dem Gedächtnis der eigenen Familien. Adèle Yon holt dieses verdrängte Kapitel zurück ins öffentliche Bewusstsein und zeigt eindrucksvoll, wie Macht, Gewalt und Schweigen bis heute nachwirken.

Adèle Yon, 1994 in Paris geboren, studierte an der École Normale Supérieure und promoviert im kreativen Forschungslabor SACRe. Sie arbeitet als Autorin, Filmwissenschaftlerin und Köchin in Paris. „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ ist zugleich literarisches Debüt und Grundlage ihrer Dissertation. In Frankreich wurde das Buch als außergewöhnliches Werk gefeiert, das Literatur, dokumentarische Recherche und Familiengeschichte auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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