Lesungen
Lesung und Gespräch: Mutter-Tochter-Geschichten: Bedingungslose Liebe und toxische Rivalität
Mittwoch, 14.10.2026 / 19:30 Uhr / Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop
Alena Schröder: "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel"
Anne Rabe: "Die Möglichkeit von Glück"
Familiengeheimnisse wirken im Verborgenen: In vielen Familien gibt es Dinge, über die nie gesprochen wird. Verhaltensweisen, die sich durch Generationen ziehen, ohne dass sie jemand hinterfragt. Solche unsichtbaren Fäden ziehen sich auch durch viele Mutter-Tochter-Beziehungen. Dabei ist kaum eine Verbindung so ambivalent wie diese. Oft pendelt sie zwischen bedingungsloser Liebe und toxischer Rivalität. Gründet sich auf unerfüllte Erwartungen, alte Verletzungen und unausgesprochene Konflikte. In diesem Spannungsfeld stehen die Romane von Alena Schröder und Anne Rabe.
Alena Schröder: "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel":
Was, wenn dein Leben eine Leinwand wäre? Und die Schichten von Farbe wären Schmerz und Glück?Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Kommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort das unscheinbare Porträt einer jungen Frau. Wilma, die Marlen geholfen hat, sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Doch Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht. Auf zwei Zeitebenen erzählt Alena Schröder die bewegende Geschichte zweier Frauen, deren Leben geheimnisvoll verbunden ist. Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte, und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?
Emotional, warmherzig, tiefgründig: Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden, und welches Erbe sie uns mitgeben.
Anne Rabe: "Die Möglichkeit von Glück"
Stine kommt Mitte der 80er Jahre in einer Kleinstadt an der ostdeutschen Ostsee zur Welt. Sie ist ein Kind der Wende, zu jung, um den Systemwechsel in der DDR zu begreifen. Doch die ideologischen Prägungen ihrer Familie schreiben sich fort in die heranwachsende Generation. Während ihre Verwandten die untergegangene Welt hinter undurchdringlichem Schweigen verstecken, brechen bei Stine Fragen auf, die sich nicht länger verdrängen lassen.
Anne Rabe hat ein ebenso hellsichtiges wie aufwühlendes Buch von literarischer Wucht geschrieben. Sie fragt nach den Ursprüngen von Rassismus und Gewalt, und geht den Verwundungen einer Generation nach, die zwischen Diktatur und Demokratie aufgewachsen ist.
Wir sprechen mit den Autorinnen über die Beziehungen der Frauenfiguren und über das Entstehen ihrer Bücher.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Radio Bremen.
Einlass ab 18:30 Uhr
Karten an der Abendkasse. Reservierungen unter info@kempowski-stiftung.de
Karten an der Abendkasse.
Reservierungen unter info@kempowski-stiftung.de
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