Giuseppe Gibboni / Arsenii Moon, © Andrej Grilc

Giuseppe Gibboni / Arsenii Moon

Giuseppe Gibboni / Arsenii Moon



Zwei außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten und ein Kammerkonzertprogramm von großer innerer Geschlossenheit und emotionaler Span nweite, das die Violine immer wieder neu als singende, erzählende Stimme inszeniert: Der Geiger Giuseppe Gibboni und der Pianist Arsenii Moon eröffnen ein musikalisches Panorama, das vom romantischen Dialog bis zur existenziellen Zuspitzung des 20. Jahrhunderts reicht.

Den Auftakt bildet die erste Violinsonate des zeitgenössischen Komponisten Alexey Shor, dessen eingängige Tonsprache bewusst an die Tradition der Romantik anknüpft. Hier begegnen sich Melodie und Begleitung in lyrischer Unmittelbarkeit und legen das Fundament für einen Blick zurück, der aus der Gegenwart den Bogen zur historischen Programmatik schlägt.

Im Zentrum des Abends steht die berühmte »F.A.E.-Sonate«, ein Gemeinschaftswerk für Violine und Klavier von Albert Dietrich, Johannes Brahms und Robert Schumann. Aus dem gemeinsamen Freundschaftsmotiv »Frei Aber Einsam« entsteht ein faszinierender Dialog dreier Handschriften, der die Violine als bekenntnishafte Erzählstimme in den Fokus rückt und das intime Zusammenspiel beider Instrumente zelebriert.



Mit Rachmaninows »Vocalise« verdichtet sich der Gedanke der musikalischen Erzählstimme zur reinen Klangrede ohne Worte. In der Bearbeitung für Violine und Klavier entfaltet sich eine schwebende, zeitlose Gesanglichkeit, die zum Innehalten einlädt und die emotionale Tiefe des Abends bündelt.



Den dramatischen Schlusspunkt des Konzertabends setzt Sergei Prokofjews Violinsonate Nr. 1. In ihrer düsteren Expressivität und schroffen Modernität führt sie den Dialog von Violine und Klavier an existenzielle Grenzen. Schatten, Unruhe und leise Bedrohung stehen einer eindringlichen Empfindsamkeit gegenüber. Sie bildet einen kraftvollen Kontrast zu den vorangegangenen Werken und führt zugleich den zuvor entworfenen roten Faden des Programms konsequent weiter, der geprägt ist von der Idee der Violine als quasi-menschliche Stimme und ihres partnerschaftlichen Widerhalls im Klavier.

BESETZUNG

Giuseppe Gibboni Violine

Arsenii Moon Klavier

PROGRAMM

Alexey Shor
Sonate für Violine und Klavier Nr. 1

Albert Dietrich, Robert Schumann, Johannes Brahms
Sonate für Violine und Klavier »F.A.E.-Sonate«

Sergej Rachmaninow
Vocalise

Sergej Prokofjew
Sonate Nr. 1 f-Moll op. 80 für Violine und Klavier

Alle Angaben ohne Gewähr.

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