Friedrich von Flotow und seine Oper Johann Albrecht, Herzog von Mecklenburg



    Vortragsveranstaltung des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde e.V. mit Dr. Miriam Roner (Schwerin) und Prof. Dr. Thomas Kabisch (Berlin)

    Am Freitag, den 27.02.2026, lädt der Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde e.V. ab 18 Uhr in den Saal des Landesarchivs MV zu einem Vortrag von Dr. Miriam Roner (Schwerin) und Prof. Dr. Thomas Kabisch (Berlin) ein. Im Fokus steht Friedrich von Flotows Oper „Johann Albrecht“ aus dem historisch wertvollen Handschriften-Bestand der Landesbibliothek MV.

    Im Mai 1857 wurde der Neubau des Schweriner Schlosses festlich eingeweiht. Am 27. und 29. Mai gelangte die Oper „Johann Albrecht“ zur Uraufführung, die Friedrich von Flotow, zum damaligen Zeitpunkt Intendant des Hoftheaters, eigens für diesen Anlass komponiert hatte. In der Oper wird ein Stück Geschichte des 16. Jahrhunderts auf die Bühne gebracht. Neben dem fürstlichen Titelhelden Johann Albrecht I., der den lutherischen Glauben in Mecklenburg durchsetzte, spielt der Student und spätere Berater des Herzogs, Andreas Mylius, eine wichtige Rolle. Thema der Oper ist die Reformation als bildungsgeschichtliches Ereignis. Durch diese historische Perspektivierung gelingt es Flotow und seinem Librettisten Eduard Hobein, Nationales, konfessionelle Differenzen und Herrscherlob zu versöhnen – wenige Jahre nach der Revolution von 1848.

    Der Vortrag handelt von dem Ereignis der Uraufführung und dem Echo, das sie in zeitgenössischen Quellen gefunden hat, zweitens von Flotow als Komponist, der musikhistorisch „zwischen den Stühlen“ agiert und erfolgreich ist an so unterschiedlichen Orten wie Paris, Hamburg, Wien, Schwerin, schließlich von der szenisch-musikalischen Organisation des Werkes selbst.

    Wann: Freitag, den 27. Februar 2026 um 18:00 Uhr

    Wo: Saal des Landesarchivs MV, Graf-Schack-Allee 2, 19053 Schwerin

    Die Referenten:

    Thomas Kabisch ist pensionierter Professor für Musikwissenschaft. Er hat sich schwerpunktmäßig mit der Musik des 18. bis 20. Jahrhunderts beschäftigt und Veröffentlichungen vorgelegt z. B. über Franz Liszt, über französische Musik (Fauré, Debussy, Ravel) oder über die Geschichte und Theorie der Virtuosität. Die jüngste Buchpublikation galt „Chopins Klaviermusik“ und erschien 2021 im Beck-Verlag München. Seit 2025 nimmt er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock wahr.

    Miriam Roner ist seit 2024 Kustodin der Musiksammlung der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern. Sie hat Musik und Musikwissenschaft studiert und wurde 2016 an der Universität Bern (Schweiz) mit einer Dissertation über Hans Georg Nägeli promoviert (Autonome Kunst als gesellschaftliche Praxis: Hans Georg Nägelis Theorie der Musik, Stuttgart 2020). An der SLUB Dresden, an der Staatsbibliothek zu Berlin und an der Bayerischen Staatsbibliothek war sie als Musikbibliothekarin tätig. Für das Internationale Quellenlexikon der Musik (RISM) hat sie u.a. Bestände der Universitätsbibliothek Rostock erschlossen. Sie arbeitet und publiziert zur Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts, zur Geschichte der Musikkritik und des musikalischen Zeitungswesens sowie zu quellenkundlichen Themen.


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