DUTCH IMPACT PARTY Live: The Homesick, LudoWic, Isabel van Gelder, Neomi, LIONSTORM, Hipqy



  • Clubkonzert

Line Up: Dutch Impact takes over Reeperbahn Festival 2026.


On Thursday, September 17, from 13:00 to 17:00, join us at Club Molotow for a two-stage showcase featuring some of the most exciting Dutch talent ready to make their mark internationally.


The Homesick | 13:30 - 14:00 | Top Ten Bar


Zwischen blühenden Harmonien und kantigen Punk-Parts, die einen schon mal kalt aus dem Hintergrund erwischen, legen The Homesick spielerisch den Schalter um. Oft genug in ein und demselben Song. War das Debüt „Youth Hunt“ (2017) noch eine mystische Kreuzung aus Post-Punk und Noise Pop, wurde das Stil-Repertoire auf dem Nachfolger „The Big Exercise“ (2020) mit enormer Experimentierwut erweitert. Plötzlich waren auch Math Rock und Psychedelic Pop anno 1969, Indie und artsy Pedal-Kapriolen kein Problem, wurden sogar integriert als hätte dieses westfriesländische Trio nie etwas anderes getan. Reminiszenzen an Animal Collective und The Shins, aber auch an XTC oder Vampire Weekend schimmern hier und dort durch. Dass The Homesick dennoch zweifellos ihr komplett eigenes Ding durchziehen, demonstrieren sie auf dem dritten Album vor fast genau drei Jahren mit bestechender Leichtigkeit. Nicht nur in den Niederlanden sind sie seitdem eine gefeierte Instanz, wenn es um gänzlich idiosynkratischen Anti-Pop der neuesten Schule geht. Für ihren ersten Gig bei uns bringen sie im September neben der jüngsten Single „Esperanto“ (2026) noch ein Potpourri weiteres frisches Material mit. Nicht verpassen.


LudoWic | 14:00 - 14:30 | Club


Vom Heute Richtung Vergangenheit und anschließend direkt zurück in die Zukunft: Kaum ein Produzent der europäischen Musiklandschaft konnte über die letzten zehn Jahre den durchdringenden Sound analoger Synthesizer mit modernster Genre-Typologie zwischen IDM, Minimal Techno, Electro House, Video Game Music und Ambient derart virtuos verbinden wie Matheus Lodewijk aka LudoWic. Der Limburger zelebriert bereits auf dem Debüt „A Blinding Light Moment“ (2015) schattierte Klangfarben in Symbiose mit organischen Beats und schafft damit eine echte Perle zeitgenössischer elektronischer Musik, die bis heute nur den wenigsten bekannt ist. Die stilistische Vielfalt entwickelt er von da an konsequent weiter, jenseits aller Trends. In Kooperation mit Bill Kiley bringt er etwa den furiosen Soundtrack zu „Katana ZERO“ (2019) raus, wendet sich auf „Linescapes“ (2023) sakralen Drone-Wänden zu und zeichnet auf „Super8 Memory“ (2024) minimalistische Soundscapes aus Prog Electronics und kammerorchestralen Arrangements in zarten Grautönen. Zwischenzeitig legt er sich noch ein Trautonium zu, den 1930 entwickelten Vorläufer aller heutigen Synthesizer, und meistert es wie kaum jemand sonst auf dem Planeten. Futurismus und Nostalgie, Experiment und Konzeption verschmelzen bei LudoWic zu cineastischen Klangwelten, die er in seinen Live Shows beschwört wie ein Magier aus einer anderen Zeit.


néomí | 14:30 - 15:00 | Top Ten Bar


Geschichten sind da, um in ihnen bestenfalls so etwas wie Hoffnung oder Inspiration, eine neue Perspektive oder einen unerwarteten Gedanken zu finden. Die niederländisch-surinamische Künstlerin néomi hat das schon früh verstanden und bringt in ihren Songs sowohl hoffnungsvolle Perspektiven als auch inspirierende Gedanken mit dem poetischen Gewicht einer alten Seele zum Ausdruck. Da verschwimmen die rebellischen Folksongs der späten 60er mit der dichten Atmosphäre zeitgenössischer Singer-Songwriter wie Justin Vernon oder Ben Howard, während néomi keinerlei Scheu zeigt die Realitäten der Gegenwart zu benennen und zu vertonen – ob auf ihren brillanten ersten EPs oder ihren ungemein anrührenden Konzerten. Spätestens mit dem ersten Studioalbum „Somebody's Daughter“ (2024) erregt sie damit auch außerhalb ihrer Wahlheimat Amsterdam Aufmerksamkeit. Musikalisch ebenso schwerelos wie melancholisch, finden bei der introspektiven Poetin Coming-Of-Age-Themen inklusive all ihrer Paradoxie in Songs wie „Another Year Will Pass“ oder „Trigger“ (2025) Raum, um mal biografisch, mal aber auch ganz universell und existenziell verhandelt zu werden. So hat néomi mittlerweile hierzulande eine ähnlich wachsende Fanbase gewonnen, die nach ihrem Gig bei uns im September neue Mitglieder zählen wird – da sind wir uns ganz sicher.


Isabel van Gelder | 15:00 - 15:30 | Club


Mehr als ein paar Sekunden sind nicht nötig, bis sich Isabel van Gelder für alle Zeit ins auditive Zentrum eines jeden Menschen gesungen hat, der willens ist zuzuhören. Glaubt ihr nicht? Dabei erreicht die Singer-Songwriterin aus Amsterdam mit einer ungezwungenen Leichtigkeit in Stimme und Liedgut, einer ausgeprägten Sensibilität für Minimalismus, für Melodie und Arrangement jetzt schon ein internationales Millionenpublikum. Nicht nur auf einschlägigen Plattformen, wo Songs von der souligen Dramatik eines „Run“ (2024) oder das Folk-verliebte „My Silly Boy“ (2025) immer wieder in zahlreichen kuratierten Playlisten auftauchen. Auch mit ihrer diesjährigen Europa-Tour macht sie deutlich, dass neben der Musik nur eine Sache wichtiger für sie ist: der Kontakt zu ihrem Publikum. Isabel van Gelder lebt für den kreativen Prozess, für die seltene Gelegenheit das eigene Seelenleben nach außen zu kehren und andere daran teilhaben zu lassen.


LIONSTORM | 15:30 - 16:00 | Top Ten Bar


Als erstes explizit queeres Musikduo der Niederlande haben Lionstorm in den letzten Jahren keine Gelegenheit ausgelassen, um Erwartungshaltungen und Clubs gleichermaßen zu pulverisieren. Ob mit EPs wie „Kannibalisme & Masturbatie“ (2022) oder Live Performances zwischen clownesker Ästhetik, physischen Bassgewittern und subversivem Gestus: Ski und Stars sind zwei Vollblutmusikerinnen mit einem gesonderten Gespür für das radikal Unangepasste. Tracks vom Kaliber „Daddy's Pussy“ oder „Exxxplain This“ (2023) erinnern stellenweise an die disruptive Macht, mit der The Prodigy in den 1990ern und Die Antwoord in den 2010ern über die Musikbranche hereinbrachen. Und doch sind Lionstorm ganz anders, mit mehr sirrender Erotik, mehr Energie und Ekstase ausgestattet, ja teilweise auch deutlich eklektischer. Da klatschen sich Reggaeton und Industrial Metal gegenseitig auf den Arsch, während Gift spuckender Rap und Horrorcore im Rausch einer Clubnacht alle gängigen Tabus zu Konfetti schreddern. Die jüngste Single „You Should C Me In A Crowd“ (2025) spielt mit diesem Style wie mit etwas, das hier aus Jugendschutzgründen besser unerwähnt bleibt. Wer es am eigenen Leib erleben will, schlägt im September in Hamburg auf.


Hiqpy | 16:00 - 16:30 | Club


Die Bandgründung lag kaum ein Jahr zurück, da spielten Hiqpy schon auf namhaften niederländischen Festivals wie dem Eurosonic Noorderslag oder dem SomPop. Mit einer üppig produzierten Mixtur aus fuzzy Gitarren und emotionalen Melodiebögen, krachendem Schlagwerk und den zarten Vocals von Abir Hamam infiziert das Quartett seitdem jede Crowd zwischen Venlo und Amsterdam mit nachhaltiger Begeisterung. Support kriegen sie aber nicht nur von ihrer stetig wachsenden Fanbase, sondern auch von Grammy-Produzent Danton Supple (Coldplay, Elbow,U2), unter dessen Ägide ihre Debüt-Single „Something“ (2025) entstand – ein herausragendes Beispiel modernen Indie-Rocks, der mit Dream Pop und Grunge schmust. Seitdem können sich Hiqpy vor Awards und Titeln kaum retten, dominieren mit großem Erfolg niederländische Radiostationen und haben das Signing bei Sony folgerichtig auch schon sicher. Dieses Jahr erscheint mit „Slow Death Of A Good Girl“ (2026) das erste Studioalbum und eines ist jetzt schon sicher: die europäische Indie-Szene wurde lange nicht mehr mit einem derart ausgereiften, vielseitigen und stimmungsvollen Debüt beschenkt.

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