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LOCATION:Bahnhofstraße 23, 23701 Eutin
SUMMARY;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:Die völkische Tafelrunde – Der Eutiner Dichterkreis vor 90 Jahren
DESCRIPTION;ENCODING=QUOTED-PRINTABLE:Eine szenische Lesung im KuBah Eutin =0D=0A=0D=0AManfred Behrens, ehemals Journalist, Moderator und Autor beim WDR hat=0D=0Arecherchiert über: Die völkische Tafelrunde – Der Eutiner=0D=0ADichterkreis vor 90 Jahren=0D=0A=0D=0ADie szenische Lesung „Die völkische Tafelrunde – Der Eutiner=0D=0ADichterkreis vor 90 Jahren“ von Manfred Behrens holt ein weitgehend=0D=0Avergessenes Kapitel regionaler Kulturgeschichte zurück ins=0D=0Aöffentliche Bewusstsein: den Eutiner Dichterkreis, der sich am 4. und=0D=0A5. September 1936 erstmals traf und eng mit der Kulturpolitik des=0D=0ANationalsozialismus verflochten war. Die Aufführung verbindet=0D=0AErzählpassagen, Musik, historische Zitate, Sprecherrollen und=0D=0AOriginaltöne zu einem atmosphärisch dichten Abend, der zeigt, wie=0D=0Aeng Literatur, Ideologie und Macht im „Dritten Reich“=0D=0Aineinandergreifen konnten. Grundlage der Lesung sind Lawrence=0D=0AStokes’ Studie „Der Eutiner Dichterkreis und der=0D=0ANationalsozialismus“, die Jahrgänge des Eutiner Almanachs sowie=0D=0Azeitgenössische Presseberichte.=0D=0AAm 4. September 1936 trafen sich im Voß-Haus in Eutin zahlreiche=0D=0ASchriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Nationalsozialismus=0D=0Agroße Reichweite hatten, darunter Gustav Frenssen, Hermann Claudius,=0D=0AHans Friedrich Blunck, Alma Rogge und Helene Voigt-Diederichs. Ihre=0D=0ABücher waren 1933 nicht verbrannt worden – sie profitierten=0D=0Avielmehr davon, dass kritische Stimmen ausgeschaltet wurden. Während=0D=0Ain Eutin der Alltag mit Ferkelmarkt, Kino und Sommernachtsball=0D=0Aweiterlief, entstand im Voß-Haus ein Kreis, der sich selbst als=0D=0Akulturelle Elite verstand und von der NS-Führung aktiv gefördert=0D=0Awurde.=0D=0ASchirmherr des ersten Treffens war der Eutiner SA-Führer Johann=0D=0AHeinrich Böhmcker, genannt „Latten-Böhmcker“, der die=0D=0AZusammenkünfte politisch instrumentalisierte und finanziell=0D=0Aunterstützte. Die Lesung zeigt ihn als brutale und zugleich populäre=0D=0AFigur.=0D=0AHymnische Hitler-Gedichte wurden damals vorgetragen, nationalistische=0D=0ATexte und vermeintlich unpolitische plattdeutsche Heimattexte. Die=0D=0AOriginalzitate wirken heute erschütternd – und sind gerade deshalb=0D=0Aunverzichtbar, um die Mechanismen kultureller Verführung sichtbar zu=0D=0Amachen.=0D=0AEin zentrales Motiv des Dichterkreises war die „nordische=0D=0ALandschaft“ als angebliche Quelle deutscher Reinheit und kultureller=0D=0AÜberlegenheit. Diese Landschaftsideologie diente dazu,=0D=0AHeimatliteratur politisch aufzuladen.=0D=0ADie Lesung macht erfahrbar, wie leicht Kultur vereinnahmt werden=0D=0Akonnte – und wie bereitwillig viele Schriftstellerinnen und=0D=0ASchriftsteller sich anpassten oder aktiv mitwirkten. Zugleich zeigt=0D=0Asie, wie wichtig es ist, regionale Geschichte kritisch zu beleuchten=0D=0Aund nicht zu romantisieren.=0D=0A
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